Hilfe, wem Hilfe gebührt

Hilfe, wem Hilfe gebührt

25 Kühe brauchen Platz. Einen Stall, in dem sie sich wohlfühlen und der den heutigen Anforderungen an eine tiergerechte Haltung entspricht. Genau das wünscht sich die Bio-Bauernfamilie Marugg* aus dem Bündner Oberland. Einen neuen Stall mit einem zeitgemässen Laufstall für die Kühe. Nichts anderes.

So einfach, wie es sich anhört, ist es aber bei Weitem nicht. Der Platz ist knapp, die Hänge sind steil und die finanziellen Mittel mehr als beschränkt. Die Familie hat schon alle möglichen Finanzierungsquellen angeschaut: vom Investitionskredit über eine neue Bankhypothek bis hin zu Subventionen. Zahlreiche Arbeiten führen zudem der Bauer zusammen mit einem Teil seiner bereits erwachsenen Kinder selber aus. Trotz aller Bemühungen bleibt ein Restbetrag, den sie beim besten Willen nicht ohne fremde Hilfe beschaffen können. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Herbert Willi*, ehrenamtlicher Experte bei der Stiftung Schweizer Berghilfe, studiert das ausführlich formulierte Gesuch des Bündner Bio-Bauern Marugg. Beim Lesen spürt er die Verzweiflung. Die Familie sucht nach einem letzten Strohhalm, um ihr Stallprojekt finanziell zu sichern. Selbstverständlich entscheidet er nicht vom Schreibtisch aus. Es geht immerhin um einen beachtlichen sechsstelligen Betrag. Eine Prüfung vor Ort und ein Gespräch mit der Familie ist unabdingbar.

Eine Herzensangelegenheit

So macht sich Herbert Willi auf den Weg ins Bündner Oberland. Seit drei Jahren ist der Betriebswirtschafter pensioniert. Er liebt seine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Stiftung Schweizer Berghilfe. So komme er unter Menschen und könne erst noch etwas Sinnvolles tun, beantwortet er die Frage nach dem Warum. Er handelt noch aus einem anderen Grund: Ihm liegt die Bergbevölkerung, die «Bergler», am Herzen.

Die Ruhe und die Schönheit der Natur in den Bergen geniesst er von Kindesbeinen an. Schon so manchen Berggipfel hat er bezwungen. Ohne den unermüdlichen Einsatz der Bergbevölkerung und der Bergbauern würde sich die Berglandschaft nicht so wundervoll gepflegt präsentieren.

Die ganze Familie Marugg erwartet Herbert Willi vor ihrem Haus. Er fühlt sich willkommen, aber spürt eine gewisse Unsicherheit, welche manche «Bergler» wie ein Schatten umgibt. Auf dem Esszimmertisch stapeln sich fein säuberlich die Bau- und Finanzierungsunterlagen. Herbert Willi lässt sich diese von Herrn und Frau Marugg erklären. Danach folgt eine Führung über den Hof. Herr Marugg erläutert das Umbauvorhaben bis ins kleinste Detail. Herbert Willi ist beeindruckt. Die tüchtige Familie weiss, was sie tut, und erst recht, was sie braucht, um ihre Existenz zu sichern.

Spendengelder am richtigen Ort sinnvoll eingesetzt
Mit viel Papier, Fotos und einem hervorragenden Eindruck verlässt Herbert Willi den schmucken Bio-Hof und fährt zurück ins Unterland. In seinem Büro angekommen, schaut er sich alle Details nochmals genau an. Er sieht für die Stiftung Schweizer Berghilfe keinen Grund, der Familie Marugg das fehlende Kapital zu verwehren. So schreibt er einen wohlwollenden Bericht an den Projektausschuss. Dieser ist ebenfalls mit Ehrenamtlichen besetzt und hat das letzte Wort. Wie immer wartet er ungeduldig auf den Entscheid. Er ist sich ganz sicher, dass die Spendengelder bei Familie Marugg am richtigen Ort und sinnvoll eingesetzt sind.

Zwei Wochen später ist alles unter Dach und Fach. Der Stiftungsausschuss hat getagt und Familie Marugg das fehlende Kapital zugesichert. Das ist das Schönste an Herbert Willis Arbeit: Den Menschen den positiven Bescheid zu überbringen. Sogar durchs Telefon spürt er die Erleichterung und die überschwängliche Freude des sonst eher ruhigen Bauern Marugg. Herbert Willi freut sich jetzt schon, sich das Resultat anzuschauen.

Sie fragen sich, was das mit Wyder Gartenbau AG zu tun hat? Ganz einfach: Die Firma Wyder Gartenbau AG organisiert jährlich einen Frondiensttag. Das heisst, die Einnahmen eines ganzen Tages werden (aufgerundet) gespendet. In diesem Jahr hat sich die Firma für die Unterstützung des Projekts «Stallumbau Familie Marugg» entschieden. Dank dieser Spende konnte die Projektfinanzierung abgeschlossen werden.

Das ist wirklich eine Geschichte wert.

Text: Businessmind GmbH

*Namen von der Redaktion geändert.

 

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