Pflanze des Monats Juli

by wyder, 5. Juli 2019

Seerosen

“Das Geheimnis des Lebens liegt im Suchen nach Schönheit.”
Oscar Wilde 1854 – 1900

 

Als Symbol der Reinheit und Lebenskraft besitzt sie eine Blüte mit paradiesischer Ausstrahlung: Die Seerose ist unbestrittene Teichkönigin. Wie einst wunderschöne Nymphen verwunschenen Quellen und Gewässern entstiegen, durchstossen die Knospen den schlammigen Teichboden, die Wasseroberfläche und geben ihre Schönheit preis.
Selbst Monet hegte eine grosse Leidenschaft für die farbenprächtigen Exoten. Diese dienten ihm häufig als Motiv für seine Gemälde, wie zum Beispiel der Seerosenteich in seinem Garten in Giverny.

Den symmetrisch angeordneten Blütenblättern, welche sich wie Rosen öffnen, wohnt eine ganz besondere Anziehungskraft inne. So erstaunt es nicht, dass die Seerose in vielen Mythen und Sagen eine prominente Rolle einnimmt und gar ihr botanischer Name daher rührt. Der wissenschaftliche Name Nymphaea lässt sich auf Nymphen, weibliche Naturgeister aus der griechischen und römischen Mythologie, zurückführen. Der Sage nach verliebte sich eine solche Nymphe, doch ihre Liebe wurde nicht erwidert. So starb sie an gebrochenem Herzen. Die Götter hatten Mitleid und ließen sie als Seerose wieder auferstehen.

Hylas and the Nymphs (1896) von dem englischen Maler John William Waterhouse

Auch in Deutschland ranken sich viele Mythen um die Schwimmblattpflanze. So heisst es, dass wer versucht sie zu pflücken von Nixen in die Tiefe herabgezogen wird und ertrinkt. Tatsächlich gibt es auch immer wieder Unfälle, bei dem sich Badende in den langen und festen Blattstengeln verfangen haben.

Alle Teile der Seerose sind giftig und früher wurde sie in der Pflanzenheilkunde verwendet. Im Mittelalter galt die Weiße Seerose als Symbol der Keuschheit. Mönche und Nonnen nutzten den Pflanzensaft um ihren Sexualtrieb zu dämpfen und daher wird sie in alten Quellen auch als Vernichter der Liebe beschrieben.

Mit ihren strahlend weissen, zartrosa, gelben oder teilweise auch violetten Blüten verleihen sie dem Teich oder Biotop eine edle und krönende Optik. Je nach Blattgrösse – oft sitzen auf den tellerförmig schwimmenden, grünen Inseln kleine Frösche – fällt die Blüte im Verhältnis grösser oder kleiner aus. Die meisten schliessen sich am Nachmittag und öffnen sich am nächsten Morgen mit zunehmendem Licht wieder. In ihrer Hauptblütezeit, Ende Mai bis Juli, hält eine Seerose durchschnittlich 5 bis 10 Tage, je nach Wärme und Witterung. Die Wasserpflanzen zeigen das grösste Wachstum im Frühling und Sommer. Entscheidend sind dabei Klima, Wassertiefe und Bodenverhältnisse. Ein sonniger Platz – der Teich sollte täglich mindestens während fünf Stunden besonnt sein – und ruhiges Wasser entsprechen ihren Bedürfnissen. Dann breiten sie sich rasch aus und können die ganze Wasseroberfläche bedecken.

Die Wasser- oder Pflanztiefe ist sortenbedingt. Zwergsorten und solche für den Flachwasserbereich gedeihen in einer Tiefe von 0,1 bis 0,5 m und einer Wasseroberfläche von 0,5 bis 1 m². Es sind dies zum Beispiel die Sorten «Walter Pagels» (weiss), «Aurora» (apricot), «Laydekeri Lilacea» (rosa), «Froebeli» und «James Brydon» (rot). Bewährt für die mittlere Pflanztiefe von 0,5 bis 0,8 m und einer Wasseroberfläche 1 bis 2 m² haben sich «Hermine» und «Marliacea Albida» (weiss), «Moorei» (gelb), «Fabiola» und «Rosennymphe» (rosa), «Meteor» und «Charles de Meurville» (rot). Im Tiefwasser ab 0,8 m und einem Platzbedarf von 2 bis 3 m² gedeihen vor allem «Gladstoniana» (weiss), «Marliacea Chromatella» (gelb), «Marliacea Rosea» (rosa) und «Attraktion» (rot).
Seerosen werden in geschlossene Kunststoffbehälter gepflanzt. Als Substrat dient nährstoffreiche Erde. Diese wird anschliessend mit trockenem Lehm «gedeckelt» sodass keine Nährstoffe aus dem Behälter ins Wasser austreten können.
Mit dieser Methode bekommt die Seerose genug Nährstoff und einem zu starken Wuchern der Seerose im Teich wird vorgebeugt.

 

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