Thema des Monats August

by wyder, 9. August 2019

Permakultur

 

Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.
(Charles Darwin )

 

Als Permakultur bezeichnet man ein nachhaltiges Anbausystem, in dem der grösstmögliche gegenseitige Nutzen für Boden, Pflanzen, Tier und Mensch das Ziel ist.
Wer eine Permakultur im Garten anlegt, spart Arbeit und fördert erst noch die Artenvielfalt. Mit diesen einfachen Tipps klappt die naturnahe Anbaumethode in jedem Hausgarten, denn Landwirtschaft kann auch ganz anders funktionieren!

Der Begriff leitet sich von «permanent agriculture» ab. Oder anders gesagt: «Dauerhafte Landwirtschaft». Diese wurde in den 70er Jahren von den Australiern Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Die beiden wurden von der in Europa etablierten Biolandwirtschaft inspiriert, welche später aufgrund der «modernen Landwirtschaft» verloren ging.

Der Mensch soll mit der Natur, statt gegen sie arbeiten. Das sieht die ursprüngliche Definition von Permakultur vor. Betreiberinnen und Betreiber von Permakulturen gestalten und erhalten bewusst landwirtschaftlich produktive Ökosysteme. Diese weisen nebst Artenvielfalt und Dauerhaftigkeit auch die Selbstregulierungsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen auf.
Letztlich ist Permakultur eine nachhaltige Alternative zur industrialisierten Landwirtschaft, die Monokulturen auf Höchstleistungen trimmt und dabei jede Menge Ressourcen und Wasser verbraucht.

Wie Permakultur die Artenvielfalt fördert:

Ob Landwirtschaft oder Garten – die Prinzipien der Permakultur schonen die Natur und fördern die Artenvielfalt. Pestizide oder Kunstdünger sind hier tabu.
Gartennützlinge, welche Schädlinge im Zaum halten, fördern das Bodenleben und sorgen so für maximalen Ernteerfolg.
Anders als bei der Monokultur, reichert der Permakulturgärtner seinen Boden mit ganz natürlichen Nährstoffen für seine Pflanzen an. In dieser Kreislaufwirtschaft gibt es keine Abfälle – alles wird verwertet und hat einen Nutzen.


Bei der Permakultur schützt man den Boden mit geeigneten Pflanzenkulturen und dem richtigen Mulchen auf natürliche Weise vor dem Austrocknen. Diese Art des Anbaus und der Gartenplanung bringt langfristig Erfolg und verbraucht erst noch weniger Wasser und Ressourcen.

Permakultur im Garten anlegen: einfache Praxistipps

  • Sie müssen nicht gleich den ganzen Garten umgraben, wenn Sie eine Permakultur anlegen möchten. Es kann mit einigen, einfachen Dingen angefangen und dann schrittweise

ausgebaut werden.

  • Hier gilt «weniger ist mehr». Insbesondere bei der Arbeit.

Im Garten muss nicht alles aufgeräumt sein. Laub bleibt liegen wo es fällt und gepflanzt wird nicht in Reih und Glied, sondern gut gemischt aber dennoch mit System.

 

  • Pflanzkombinationen und Mischkulturen sind erwünscht. Dies fördert die Gesundheit sowie den Ernteertrag der Pflanzen.

 

  • Je breiter das Pflanzenspektrum, desto mehr Nützlinge werden angelockt. Eine bunte Artenvielfalt von Wildblumen bietet sich besonders für Bienen und Schmetterlinge an und fördert die Bestäubung.
  • Laub, Grobkompost oder angetrockneter Grasschnitt kommt auf jede freie Fläche und möglichst unter jede Pflanze. Diese natürliche Mulchschicht reduziert die Wasserverdunstung und somit den Wasserverbrauch. Ebenso liefert der Mulch auch Nährstoffe und Nahrung für Bodenlebewesen und Pflanzen.

 

  • Was nicht als Mulch dient, wird zu Kompost, womit Abfälle vermieden werden und wertvoller Naturdünger entsteht.

So schliesst sich der Kreislauf der Permakultur.
Jeder kann jederzeit etwas ändern. Dazu braucht es keinen eigenen Hof. Starten Sie auf dem Balkon oder in einer Ecke Ihres Gartens. Tragen Sie zu einer grösseren Artenvielfalt bei und lernen Sie die nachhaltigste Art der Landwirtschaft etwas genauer kennen.

Beispiele für Kombinationen im Beet:

  • Selbst angebaute Kartoffeln schmecken einfach lecker. Noch besser schmecken diese, wenn mit Dill, Koriander, Kümmel oder Rüebli eine Mischkultur angelegt wird.
  • Tomaten haben einen intensiven Duft. Dies können sich Fans von Kohlgemüse zu Nutze machen und Kabis oder Chinakohl zu den Tomaten pflanzen. Denn der Duft der Tomate lenkt den Kohlweissling ab – einen Schädling der Kohlsorten befällt. Weitere passende Beetpartner der Tomate sind Basilikum, Petersilie oder Buschbohnen. Diese beugen den Befall von Blattläusen vor.
  • In der Mischkultur unterstützen sich Erdbeeren mit Knoblauch, Lauch oder Zwiebeln. Auch hier sind die Gründe so einfach wie genial, denn die Lauchgewächse mindern die Gefahr, dass Erdbeeren schimmeln und sie halten zudem Schnecken fern.

 

Bildquellen: wikipedia.org, permakultur.ch

 

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